Ulrich Schneider (Blumberg, Trossingen)
Ulrich Schneider, 1956 in Blumberg geboren, ist seit 1990 Lehrbeauftragter für Violoncello-Methodik an der Staatl. Hochschule für Musik Trossingen. Er lehrte schon an der Musikschule Schramberg, ist an der Musikschule Tübingen Fachbereichsleiter für Streicher, 1980 war er Dozent am “National Music Camp” in Malaysia, 1982 Dozent an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen und 1985 Dozent beim Orchester-Workshop in Jamaika. Des Weiteren war er Mitglied des “Jungen Kammerensembles” Baden Württemberg sowie Gründungsmitglied der “Sinfonietta Tübingen” und arbeitet in zahlreichen anderen Orchestern und Ensembles mit Rundfunkaufnahmen und CD-Einspielungen. Er lebt mit seiner Familie in Pliezhausen (Kreis Reutlingen) und hat 3 Kinder.
meinsbh.de: Wann haben Sie die ersten Erfahrungen mit Streichinstrumenten gemacht?
Ulrich Schneider: Mit knapp 12 Jahren.
meinsbh.de: Was brachte Sie dazu, einen Berufsweg in der Musikrichtung einzuschlagen?
Ulrich Schneider: Mein Musiklehrer am Gymnasium motivierte mich; gleichzeitig erkannte ich, dass Musik der Bereich ist, der mich am allermeisten interessierte.
meinsbh.de: Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Beruf an der Staatl. Hochschule für Musik in Trossingen?
Ulrich Schneider: Ich schätze den Kontakt zur Hochschule und den Studenten. An der Trossinger Musikhochschule hat die methodische Ausbildung einen hohen Stellenwert und bietet vielfältige Möglichkeiten.
meinsbh.de: Welche musikalischen Merkmale verbinden Sie mit unserer Region und was hielt Sie daran, in unserer Region wohnen zu bleiben?
Ulrich Schneider: Zunächst wohne ich nicht mehr in der Region, sondern pendle nach Trossingen. Interessant finde ich zu beobachten, wie die Musikhochschule in die Region ausstrahlt: durch eigene Konzerte, durch Studenten/Dozenten, die in der Region musizieren; durch Unterrichtstätigkeit von Studenten an Musikschulen in der Region oder privat.
meinsbh.de: Beruflich waren Sie schon in Asien und der Karibik tätig. Was hat Sie an der Musikkultur dort beeindruckt?
Ulrich Schneider: Einerseits die Selbstverständlichkeit, mit der die eigene Musik praktiziert und konsumiert wird und andererseits das große Interesse und die Offenheit für die mitteleuropäische „klassische“ Musik.
meinsbh.de: Was für neue wichtige Erfahrungen konnten Sie mit nach Deutschland nehmen, die Ihnen in Ihrem Beruf weiterhalfen?
Ulrich Schneider: Die Erfahrung, dass Musik die internationale Sprache ist, die jeder verstehen kann und die ohne Sprachbarrieren gemeinsam “artikuliert“ und emotional erlebt werden kann.
meinsbh.de: Denken Sie dass es in unserer Region ein großes Potential an Nachwuchskünstlern gibt?
Ulrich Schneider: Dies ist schwierig zu beurteilen, da die Musikhochschule mittlerweile sehr international ist. Auskunft über diese Frage wäre eher über die Musikschulen oder über den Wettbewerb „Jugend musiziert“ zu erlangen.
meinsbh.de: Was möchten Sie den Nachwuchskünstlern mit auf den Weg geben?
Ulrich Schneider: Sie sollten sich breit ausbilden lassen, ihre Ziele konsequent verfolgen und die Zeit ihrer Ausbildung nutzen, um möglichst viel in sich „aufzusaugen“. Außerdem nicht zu viel über Berufsaussichten grübeln.
meinsbh.de: Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre?
Ulrich Schneider: Es gibt keine besonderen Pläne. Ich möchte mich in meiner Arbeit weiter entwickeln; eine gute Mischung aus Unterrichten/Lehren und eigenem Musizieren finden; interessante Konzerte besuchen; die eigenen Unterrichtserfahrungen strukturieren und evtl. zu Papier bringen …
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Dieses Interview wurde von Suzana Vrucinic im Rahmen einer Projektarbeit der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Furtwangen am 18.01.09 per Email geführt.
