Barbara Dickmann (Triberg)
Barbara Dickmann Journalistin beim Südkurier und zusammen mit Sabine Przewolka Autorin der erfolgreichen Seite „typisch Frau“, für welche die beiden Frauen im Jahr 2000 einen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten haben. Frau Dickmann wurde in Essen geboren, wohnt aber seit 19 Jahren in Triberg.
Seit 1996 leitet sie gemeinsam mit Ehemann die Dickmann Projektentwicklung GmbH & Co.KG. Außerdem ist sie mehrfach ehrenamtlich engagiert, z.B. ist sie die Vorsitzende von pro familia in Villingen-Schwenningen, unter anderem sind es auch die ehrenamtliche Tätigkeiten, die sich aus „typisch Frau“ ergeben.
meinsbh.de: Warum haben Sie sich entschieden in den Schwarzwald umzuziehen? War es schwer sich in dieser Region einzuleben?
Barbara Dickmann: Wir hatten im Ruhrgebiet sehr stressige Jobs und wollten einfach mehr Zeit für unsere damals 9 und 12jährigen Kinder haben. Das ging auch die ersten Jahre gut. Doch auch wenn man seine Umgebung verändert, nimmt man sich immer selbst mit. Wir sind einfach nicht die Typen, die sich auf einem Bauernhof niederlassen und dann nur noch Gemüse einkochen und den Garten versorgen. Das Einleben war kein Problem, wird sind gut aufgenommen worden. Natürlich kann man nicht mitreden, wenn alle sich seit Generationen kennen, doch wir sind nie abgelehnt worden.
meinsbh.de: Kurz nach dem Umzug in den Schwarzwald, wurden Sie zur freien Journalistin bei Südkurier. War der Quereinstieg aus dem kaufmännischen Bereich umzugsbedingt?
Barbara Dickmann: Nein, das war mehr Zufall (oder Schicksal?). Natürlich fing ich erst mal mit kleinen Terminen an, dann ziemlich schnell Reportagen und eigene Serien bis zur eigenen Seite, gemeinsam mit Sabine Przewolka…..dass daraus mal der Konrad-Adenauer-Preis wird, habe ich mir nicht träumen lassen. Doch meine div. Ausbildungen kommen mir auch in diesem Job sehr zugute.
meinsbh.de: Sie schreiben ja auch Kinder Bücher. Sind diese Ihren eigenen Kindern gewidmet?
Barbara Dickmann: Nein, sondern meinen Enkelkindern….
meinsbh.de: Sie haben dieses Jahr das 10jährige Jubiläum der Seite “typisch Frau” gefeiert. Hat sich die Seite seitdem sehr verändert?
Barbara Dickmann: Natürlich haben wir ziemlich bescheiden angefangen. Also n u r mit Reportagen. Doch unsere privaten Telefonnummern auf der Seite stellten ziemlich schnell einen intensiven Kontakt zu den Leserinnen (und Lesern) her. Mittlerweile haben wir eine eigene Vortragsreihe und etliche Selbsthilfegruppen gegründet. Auch ganz gezielte Spendenaktionen (die Spenden liegen mittlerweile im 5stelligen Bereich), typisch frau-Leserreise sind sehr erfolgreich. Für etliche Frauen sind wir der letzte Anker – wenn sie nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll, rufen sie bei uns an. Viele Frauen mit massiven Problemen und schweren Schicksalen begleiten wir jetzt seit vielen Jahren.
meinsbh.de: Wie würden Sie eine “typische” Frau aus dem Schwarzwald charakterisieren?
Barbara Dickmann: Sie ist genauso ,typisch` wie eine aus dem Ruhrgebiet, aus München oder aus Hamburg. Es gibt immer solche und solche.
meinsbh.de: Wie entstehen die Themen für die Seite, kommen sie auch aus dem Leben?
Barbara Dickmann: Sie kommen n u r aus dem Leben…..Aus dem Leben unserer Leserinnen und Leser, aus dem unserer Freunde, unserer Familie – einfach alles, was uns Frauen bewegt.
meinsbh.de: Sie sind ehrenamtlich sehr engagiert. Was bewegt Sie, das zu machen? An welchen Projekten nehmen Sie zur Zeit aktiv teil?
Barbara Dickmann: Weil man etwas bewegen kann…..es ist zwar nicht die große Politik, doch durch gezieltes und sinnvolles Engagement kann man vielen Menschen mit schweren Schicksalen helfen. Meine Projekte im Augenblick: 2. Vorsitzende von pro familia Villingen, im Stiftungsrat einer Münchener Stiftung, – Neue Perspektiven - Vortragsreihe im Europa-Park mit angeschlossenem Förderverein (Eintrittsgelder werden über den Förderverein gezielt gespendet , siehe www.europa-park.de, Vortragsreihe, oder www.barbara-dickmann.de) Initiatorin: Marianne Mack …….und viele punktuelle Hilfe über typisch frau.
–
Dieses Interview wurde von den Studierenden im Rahmen einer Projektarbeit der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Furtwangen am 08.12.08 per Email geführt.
