Heinz-Rudi Link (Mühlheim/Donau)
Heinz-Rudi Link ist Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg. Mit seinem Team (hier auf dem Bild) vermarktet Heinz-Rudi Link die Gewinnerregion nach außen genau so wie nach innen.
Zahlreiche regionale Projekte entstammen der schier unermüdlichen Tätigkeit des Wahl-Mühlheimers. Aus der von Heinz-Rudi Link initiierten Standortoffensive der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gingen unter anderen die Projekte “Familienfreundliche Gewinnerregion“, das “Botschafterkonzept” und das “Gesundheitsnetzwerk der Region” hervor.
meinsbh.de: Sie sind Leiter der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe eines Marketingkonzepts, den Bekanntheitsgrad der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg zu erhöhen. Wie entstand diese Idee und können Sie bereits eine erste Bilanz ziehen?
Heinz-Rudi Link: Ende der 1990-er Jahre bildeten die Regionen in Baden-Württemberg zunehmend neben den bestehenden städtischen eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaften, weil man erkannt hatte, dass im globalen Wettbewerb eine größere Einheit eher wahrgenommen wird und damit schlagkräftiger im Wettbewerb um Ansiedlungen von Industrie und sonstigem Gewerbe ist.
Um diese Zeit entstand auch die Idee für unsere Region. Das Ergebnis war die Gründung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg im Jahre 2001.
Rückblickend nach den ersten Jahren des Bestehens sind sich die Initiatoren einig, dass es richtig und wichtig war, dass sich die drei Landkreise in gebündelter also regionaler Form aufstellen.
meinsbh.de: Was genau sind Aufgabenbereiche der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg?
Heinz-Rudi Link: In aller Kürze zusammengefasst: Außen- und Innenmarketing für die Region, um den Bekanntheitsgrad zu steigern und somit die Wahrnehmung für unsere Region zu erhöhen.
meinsbh.de: Wie hat sich die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg in den letzten Jahren wirtschaftlich entwickelt und was sind Anreize für Unternehmen, sich hier niederzulassen?
Heinz-Rudi Link: Wir nennen uns nicht ohne Grund Gewinnerregion. Wir haben starke ständig wachsende Unternehmen in ausgesprochenen Zukunftsbranchen.
Anreize, sich hier niederzulassen, stellen die vorhandenen Unternehmen z. B. für Zulieferer und auch unternehmensnahe Dienstleistungen dar.
Aber auch die Qualität der Menschen als loyale und fleißige Mitarbeiter steht sicher deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt.
Hinzu kommt noch die ausgesprochen verkehrsgünstige Lage im süddeutschen raum zu Frankreich, Schweiz und Österreich.
meinsbh.de: Inwiefern kooperieren Sie mit Unternehmen? Wie sieht diese Form der Zusammenarbeit aus?
Heinz-Rudi Link: Die regionale Wirtschaftsförderung sieht sich als Dienstleister für die Wirtschaft. Alle unsere Aktivitäten sind darum darauf ausgerichtet, in der Konsequenz einen Nutzen für die Wirtschaft und somit für die Menschen die hier leben zu erbringen.
Konkrete Formen der Zusammenarbeit gibt es zum Beispiel bei der Aktionswoche Mädchen und Beruf, die gezielt den Mädchen technische Berufe näher bringen soll. Die dringend notwendige externe Anwerbung von Fachkräften auf allen Ebenen der produzierenden Industrie bis hin zum hochqualifizierten Studienabsolventen, gemeinsam mit Firmen aus der Region, gehört ebenfalls zum Aufgabenspektrum.
Das umfangreiche Projekt „Standortoffensive“ mit seinen vielen Arbeitsgruppen gehört hier sicher auch dazu.
Übrigens ist aus diesem Projekt auch diese Website „meinSBH.de“ entstanden.
meinsbh.de: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft zeichnet regelmäßig einen „Unternehmer des Monats“ aus. Anhand welcher Kriterien werden die Gewinner ermittelt? Woraus besteht diese Auszeichnung?
Heinz-Rudi Link: Übrigens auch ein Ergebnis des Projektes Standortoffensive. Ausgangspunkt der Idee war, dass innerhalb der Region viel zu wenig bekannt ist über die guten Firmen in unserer Region.
Die fast nach Landkreisen aufgeteilte Presselandschaft galt es dahingehend zu überwinden, dass auch der Leser in Wehingen über eine tolle Firma in Triberg erfährt, die ja auch in seiner Region beheimatet ist. Also wurde die Auszeichnung „Unternehmen des Monats in der Gewinnerregion“ geboren, welches dann – nachdem es von einer unabhängigen Jury gewählt wurde – in der Presse aller drei Landkreise vorgestellt wird. Die Kriterien sind sehr unterschiedlich. Es kann sich um eine gute Geschäftsidee handeln oder ein wirklich nennenswertes Jubiläum oder um eine nationale oder auch internationale Auszeichnung.
Ich bin jeweils bei den Jurysitzungen als nicht stimmberechtigt dabei, kann aber immer wieder feststellen, dass sich die Mitglieder dieser Jury die Aufgabe nicht leicht machen. So können wir auch den hohen Anspruch dieses regionalen Titels rechtfertigen.
Die Gewinner bekommen eine Urkunde überreicht und haben die Möglichkeit, sich kostenlos Im Radio Neckarburg in der „Stammlokal-Sendung“ 45 Minuten lang zu präsentieren. Der Sender Radio Neckarburg war ehemals der Ideengeber und somit auch Partner der Regionalen Wirtschaftsförderung für dieses Projekt.
meinsbh.de: Wie finanziert sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und wird diese von staatlicher Seite her organisiert?
Heinz-Rudi Link: Die direkten finanziellen Träger sind 18 Kommunen der Region, die drei Landkreise, die IHK, die Handwerkskammer und der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg. Das ist, wenn Sie so wollen die staatliche oder besser öffentliche Unterstützung für diese Gesellschaft in Form einer GmbH.
meinsbh.de: Wie sehen Sie die Zukunft der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, wirtschaftlich?
Heinz-Rudi Link: Sie wird mit Fug, Recht und nach meiner festen Überzeugung wirtschaftlich Gewinnerregion bleiben!
Die Wirtschaftsstruktur – mittelständisch geprägte Unternehmen – besticht durch einen ausgewogenen Branchenmix. Ideenreichtum als auch große Innovations- und Investitionsbereitschaft haben zu dem stetigen Wachstum geführt und werden anhalten.
Eine leistungsfähige mittelstandsorientierte Bankenlandschaft und ein gutes Miteinander von kommunaler und regionaler Wirtschaftsförderung, der IHK und der Handwerkskammer sind flankierend Garanten für meine optimistische Sichtweise.
Kurz gesagt – mit einem Zitat von unserem Wirtschaftsminister Ernst Pfister:
Die Gewinnerregion Schwarzwald-Baar-Heuberg – ein attraktiver Wirtschaftsstandort, in dem es sich gut leben und arbeiten lässt.
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Das Interview wurde am 03.01.2008 per Email von Matthias Beumer geführt. Matthias Beumer ist im WS 07/08 Mitglied der Projektgruppe VIP-Interviews an der HFU Furtwangen, Standort Villingen-Schwenningen.
