Günter Kirn (Rietheim-Weilheim)
Günter Kirn ist Unternehmer des Monats Januar 2007.
Der Geschäftsführer von WERMA Signaltechnik mit Sitz in Rietheim-Weilheim (Landkreis Tuttlingen) wurde für die Vorbildlichkeit seines Unternehmens ausgezeichnet.
Werma hat von 1997 – 2007 seine Mitarbeiterzahl verdoppelt. Chancengleichheit für alle Arbeitnehmer ist ein unternehmerisches Grundprinzip von Günter Kirn.
meinsbh.de: Was verbinden Sie mit Ihrer Region?
Günter Kirn: Kein großstädtisches Ballungsgebiet, Leben in der Ferienregion Schwarzwald – Bodensee, kaltes aber gesundes Klima, hoher Freizeitwert; Frankreich, Österreich, Schweiz schnell erreichbar, sehr gutes kulturelles Angebot.
meinsbh.de: Können Sie uns einen Einblick in Ihre tägliche Arbeit gewähren?
Günter Kirn: Ja, gerne
meinsbh.de: Was zeichnet Ihrer Meinung nach diese Region als Wirtschaftsstandort aus?
Günter Kirn: Hervorragende Infrastruktur, gut ausgebildete und motivierte Arbeitnehmer, richtige Grundeinstellung zur Tätigkeit, wenig Fluktuation. Nähe zu berufsorientierten Studienorten.
meinsbh.de: Sie sind „Unternehmer der Monats Januar 2007“. Wofür haben Sie diese Auszeichnung erhalten und was bedeutet sie Ihnen?
Günter Kirn: WERMA hat in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Mitarbeiter mehr als verdoppelt. Wir sind ein sehr sozial eingestelltes Unternehmen und deswegen schon mehrfach ausgezeichnet worden. Die Chancengleichheit aller Arbeitnehmer, insbes. der Frauen gegenüber den Männern zeichnet uns ebenso aus wie unsere Bemühungen, Frauen für „Männerberufe“ zu motivieren. Wir wurden erst vor kurzem als besonders behindertenfreundliches Unternehmen prämiert, da wir weit über dem Durchschnitt Behinderte beschäftigen. Dies alles macht uns zu einem sehr sozial geführten Unternehmen und beweist, dass man trotzdem sehr erfolgreich sein kann (wir haben bei den Banken und Auskunfteien jeweils das höchstmögliche Ranking).
meinsbh.de: Sie sind unter anderem für Ihr Design „made in Schwabenland“ ausgezeichnet worden. Woher kommt der Name und was macht dieses Design so besonders?
Günter Kirn: ‚Made in Schwabenland’ wurde von uns gewählt, um dem Kunden zu verdeutlichen, dass hier eine Steigerung des ‚Made in Germany’ vorliegt. Denn insbesondere unsere Region zeichnet sich durch besonderes Qualitätsstreben und pfiffige Lösungen aus.
meinsbh.de: Was für Ratschläge würden Sie jungen Unternehmensgründern mitgeben?
Günter Kirn: Unternehmensgründer brauchen einen erfahrenen Mentor, neben der ‚genialen’ Idee, der sie ja nach eigener Veranlagung/Ausbildung entweder kaufmännisch oder technisch betreut.
Die finanzielle Decke darf nicht zu knapp bemessen sein, denn oft stellen sich Businesspläne als zu optimistisch heraus.
Bei der Auswahl der ersten Mitarbeiter besonders kritisch sein, sie entscheiden über das Wohl und Wehe der ersten Jahre, Freunde sind meist nicht die richtigen Partner.
meinsbh.de: Sie sind Geschäftsleiter einer der erfolgreichsten Unternehmen für Signaltechnik. Hat man da noch Zeit für Familie?
Günter Kirn: Genügend Zeit für die Familie hat man als Berufstätiger nie. Doch durch geschickte Terminverwaltung und -sehr wichtig- bei richtiger Delegation von Verantwortung und Aufgaben kommt man mit einer 50 Stunden-Woche zurecht, ausgenommen natürlich bei den vielen Auslandsreisen und Kongressen. Sogenannte ‚workaholics’ gibt es auf dieser Ebene häufig – doch nach meiner Erfahrung wirken sie in einem Unternehmen eher kontraproduktiv. Ein guter Firmenlenker sieht sich als Mentor, Motivator und Supervisor.
meinsbh.de: Die Hochschule Furtwangen University und die Berufsakademie Villingen-Schwenningen bieten ausgezeichnete Fakultäten in den Bereichen der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften. Sind deren Studienabsolventen potentielle Arbeitnehmer für Sie?
Günter Kirn: Wir rekrutieren einen großen Teil unserer Akademiker aus den beiden Hochschulen. So haben wir permanent 10 BA-Studenten in der Ausbildung; regelmäßig vergeben wir Semester- und Diplomarbeiten und halten so guten Kontakt zu Lehrenden und Studierenden.
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Das Interview wurde im Dezember 2007 per Email geführt von der Projektgruppe “Interviews mit Persönlichkeiten aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg”. Die Projektgruppe besteht aus Studenten der Betriebswirtschaftslehre der Hochschule Furtwangen (Standort: Schwenningen)
