Matthias Schwierz (Weilersbach)
Geburtstag: 16.04.1984
Wohnort: VS-Weilersbach
Verein: TSF-Tuttlingen
Bisherige Teams: Creative-Rollerblade
Fahrertyp: Sprinter
Erfolge
- mehrfacher Deutscher Meister
- zwei mal Dritter bei Europameisterschaften über 200m und 500m
- dreifacher Vize-Europameister über 200m
- bei Weltmeisterschaften 5,6,7,8,9,10 über 200m und 500m
- Junioren-Weltmeister im Jahr 2001 über 300m
meinsbh.de: Du hast 6 Monate in Berlin gelebt und bist jetzt wieder hier in deiner Heimatregion. Was schätzt du an der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg?
Matthias Schwierz: Berlin ist eine schöne Stadt, auf Dauer aber nichts für mich. Es sind mir einfach zu viele Menschen auf einen Fleck, alles überfüllt und man hat nicht diese Freiheiten wie man sie in unserer Regien genießen kann. Deshalb bin ich froh wieder hier zu sein. Auch landschaftlich finde ich es in unserer Region schöner als in einer Großstadt. Die Berge, Wälder und Wiesen sind recht abwechslungsreich bei uns.
Die vollen Straßen, der dichte Verkehr, Haus an Haus, das gefällt mir gar nicht. Die freie Landschaft und die damit verbundene Ruhe genieße ich hier sehr.
meinsbh.de: Was kann man deiner Ansicht nach an der sportlichen Infrastruktur in der Region noch verbessern?
Matthias Schwierz: Aus allgemeiner Sicht muss man darauf achten, dass der Freizeitspot nicht zu kurz kommt. Gerade solche Einrichtungen wie das Eisstadion in Schwenningen, Schwimmbäder oder sonstige Sportplätze müssen unbedingt erhalten werden, damit die Menschen die Möglichkeiten haben Sport zu treiben. Gerade in der heutigen Zeit mit Computer, TV, Internet und Spielkonsolen, sollte man die Menschen, aber vor allem Kinder, dazu bringen sich zu bewegen. Dies schafft man nur durch ein gutes Sportstättenangebot.
In meinem speziellen Fall, aber auch für Radfahrer, Läufer und Freizeitskatern würde ich mir wünschen einen vom Verkehr getrennten gut ausgebauten Asphaltweg über mehreren Kilometer zu haben. Denn ich sehe immer wieder wie häufig in andern Regionen solche Strecken besucht sind. Bei uns gibt es leider nichts dergleichen.
meinsbh.de: Hat die Herkunft aus der Region zu deinen Erfolgen beigetragen (Mentalität, Sportvereine)? Wenn ja, in welcher Hinsicht?
Matthias Schwierz: Ich denke schon, dass eine Region die Entwicklung eines Menschen stark beeinflusst, sowie bei mir das auch sportlich der Fall war. Die Menschen hier bei uns sind sehr ehrgeizig. Ich bin wirklich stolz hier geboren worden zu sein.
Am meisten beigetragen haben aber sicherlich meine früheren Sportarten. Ich habe 18 Jahre lang in Schwenningen Eishockey gespielt, dies war sicherlich die beste Grundlage für meinen jetzigen Sport. Aber auch Tennis und Fußball habe ich einige Jahre betrieben.
meinsbh.de: Hat sich dein Leben nach dem Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft über 300m grundlegend geändert? Wenn ja, in wie fern?
Matthias Schwierz: Grundlegend hat sich mein Leben dadurch nicht geändert. Sportlich gesehen habe ich sicherlich einen großen Motivationsschub bekommen. Insofern denke ich also schon, dass mir das etwas gebracht hat. Persönlich hat sich eigentlich kaum etwas geändert. Durch meine ständigen Erfolge und das dadurch steigende Medieninteresse bin ich eben etwas bekannter als vorher.
meinsbh.de: Hast du noch weitere Hobbies und wie oft trainierst du?
Matthias Schwierz: Leider habe ich keine Zeit für weitere Hobbys. Neben dem Maschinenbau Studium an der Hochschule Furtwangen muss ich noch ca. 9-mal die Woche trainieren. Da bleibt dann leider keine Zeit mehr für andere Dinge. Am Wochenende bin ich meist auf Wettkämpfen unterwegs, sodass da auch keine Möglichkeit besteht etwas anderes zu machen. Der zeitliche Druck ist dadurch schon enorm und ich hätte ohne den Sport mehr Zeit für mein Studium. Aber es macht mir eben großen Spaß.
meinsbh.de: Wie bist du vom Eishockey zum Speedskating gekommen?
Matthias Schwierz: Angefangen habe ich mit ca. 4 Jahren mit Eishockey spielen. Mit ca. 14 Jahren hat mich mein Vater öfter mal zum Spaß zum Skaten mitgenommen. Anfangs war er noch schneller als ich, doch nach kurzer Zeit hat sich das dann geändert. Ich bestritt die ersten Wettkämpfe beim Inline-Skaten und war auch gleich erfolgreich. Irgendwann wurde die Zeit so knapp, dass ich mich für einen Sport entscheiden musste. So kam ich dann also mit 16 Jahren richtig zum Inline-Speedskaten. Das Eishockey spielen habe ich dann noch einige Jahre als Ausgleich und wegen der Freude dran gemacht.
meinsbh.de: Wo trifft man dich in deiner knappen Freizeit an?
Matthias Schwierz: Wenn mal ein bisschen Zeit bleibt, dann bin ich eigentlich gerne zu Hause und erhole mich vom ganzen Stress und entspanne einfach nur.
[Interview geführt im Juni 2007]
