Christoph Burkard (Zimmern-Horgen)

Interview mit Christoph Burkard (Zimmern-Horgen)

Geboren am 14.11.1983 in Rottweil

Goldmedaillengewinner Paralympics Athen 2004, Weltrekordler

Verein: TSV Rottweil, Wettkampfmannschaft, Website: www.christoph-burkard.com

meinsbh.de: Herr Burkard, Sie sind mehrfacher Deutscher Meister, Goldmedaillengewinner bei dem Paralympics in Athen 2004 und haben zudem zahlreiche Europa- und Weltrekorde aufgestellt.
Welches sportliche Ziel fokussieren Sie im Moment und wie müssen wir uns Ihr Trainingsprogramm dafür vorstellen?

Christoph Burkard: Das nächste große Ziel ist eine Medaille in Peking 2008 zu gewinnen.
Wöchentlich absolviere ich 6-8 Wassereinheiten (32-40 km)
und drei mal Krafttraining. Dazu kommt noch zwei mal die Woche Physiotherapie.
Einmal monatlich mentales Training und  Ehrnährungsberatung.

meinsbh.de: Hätten Sie noch vor 7 Jahren geglaubt, dass Sie heute auf  eine solche steile Karriere zurückblicken  werden können?

Christoph Burkard: Geglaubt nicht, gehofft schon und vielleicht auch mal geträumt.

meinsbh.de: Neben dem Schwimmen haben Sie auch andere Sportarten wie bsp. Tischtennis ausprobiert. Wann und aus welchem Grund haben Sie sich letzten Endes für das Schwimmen entschieden?

Christoph Burkard: Beim Skifahren habe ich einige Rennen bestritten, ich war aber beim Schwimmen von Anfang an viel erfolgreicher und mit meinem Trainer Sigisbert Ackermann hatte ich von Anfang an einen super Trainer an meiner Seite. 

meinsbh.de: Wenn Sie einen internationalen Vergleich anstellen würden: Wo steht Ihrer Meinung nach der Behindertensport in Deutschland? Wird er in anderen Ländern mehr gefördert oder ihm mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht?

Christoph Burkard: In den letzen Jahren ist die Aufmerksamkeit in Deutschland durch die Fernsehübertragungen der Paralympics stark gestiegen. Leider wird von anderen großen Wettkämpfen gar nicht berichtet.
Die Förderung in Deutschland ist sehr gering, um in der Weltspitze mithalten zu können ist ein aufwändiges und professionelles Training notwendig.
Mein Trainer trainiert mich ehrenamtlich und ohne Entgelt.
England hat ein hervorragendes Förderungssystem, die behinderten Sportler werden gleich gefördert wie ihre nicht behinderten Kollegen. In einer Größenordnung von der man gut leben kann. Deutschland bewegt sich im Mittelfeld. 
  
meinsbh.de: Seit 2004 studieren Sie außerdem noch Maschinenbau an der Hochschule Furtwangen University in Villingen-Schwenningen. Wie schaffen Sie es das Studium, Ihr Training und Groß-Events wie die Paralympics, Weltmeisterschaften und Deutsche Meisterschaften unter einen Hut zu bringen?

Christoph Burkard: Es ist sehr schwierig, ich kann meine Semester nur mit der Hälfte der vorgegebenen Fächern belegen.
Der Terminkalender ist immer voll die Freizeit fällt immer sehr knapp aus.  

meinsbh.de: Wie und von wem bekommen Sie dabei am meisten Unterstützung?

Christoph Burkard: Von meiner Familie.Von meinem Trainer Sigisbert Ackermann. Von der HS Furtwangen.

meinsbh.de: Was vermuten Sie, wie würden Ihre Familie und Freunde Sie charakterisieren, wenn man Sie spontan danach befragen würde?

Christoph Burkard: Fleißig, ausdauernd, konsequent, zielstrebig, ehrlich, wortgewandt, bescheiden, unkompliziert.

meinsbh.de: Durch den Sport sind Sie oft auf Reisen.
Was vermissen Sie am meisten an Ihrer Heimat? /Was mögen Sie besonders an ihr?

Christoph Burkard: Das leckere Essen aus regionalen Produkten
Die Freunde und Menschen in meinem Umfeld
Das Freibad in Rottweil
Die frische Luft und die Ruhe

meinsbh.de: In Ihrer Freizeit spielen Sie Posaune. Was machen Sie außerdem noch, wenn Ihr Terminkalender es zulässt?

Christoph Burkard: Mit meiner Freundin ins Kino gehen.
Skifahren, Lesen, mal nix machen,
Um 12.00 ganz gemütlich frühstücken!!!

meinsbh.de: Vielen Dank für das Interview.
(im Juli 2007)

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