Yannic Seidenberg (Villingen-Schwenningen)
Geboren am 11.1.1984 in Villingen-Schwenningen.
Heute Eishockey Profi. Nationalspieler und Stürmer beim ERC Ingolstadt.
Vereine: SERC Jugend, Adler Mannheim, Medicine Hat Tigers (Kanada), Kölner Haie, ERC Ingolstadt
meinsbh.de: Yannic, du bist ständig unterwegs. Erst vor ein paar Wochen (Intervie wurde im Juli 2007 geführt) warst du mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Moskau. Die deutsche Mannschaft hat einen phänomenalen neunten Platz erreicht. War das ein schönes Gefühl sich mit den besten Spielern der Welt zu messen oder sind solche Spiele vergleichbar mit Ligaspielen?
Yannic Seidenberg: Leider wurde ich bei der WM bei meinem ersten Wechsel gefoult und konnte somit nicht mehr am Turnier teilnehmen. Es wäre sehr schön gewesen, mich mit den besten Spielern der Welt zu messen.
Die Ligaspiele sind mit solchen Spielen nicht zu vergleichen, da WM-Spiele noch intensiver und schneller sind.
meinsbh.de: Dennis Seidenberg, dein Bruder, der als erster von euch beiden „den großen Sprung“ geschafft hat, ist schon seit einigen Jahren in der besten Eishockeyliga der Welt – der NHL. War es anfangs schwer für dich im Schatten deines älteren Bruders zu stehen oder war das eher hilfreich?
Yannic Seidenberg: Als Dennis es in die NHL geschafft hat habe ich mich sehr für ihn gefreut und wir stehen immer noch in sehr engem Kontakt. Es ist für mich auch ein Ansporn es selbst in die NHL zu schaffen. Da er Verteidiger ist und ich Stürmer, stand bei uns auch nie ein Konkurrenzdenken im Vordergrund.
meinsbh.de: Wie hat die Zeit in Schwenningen und vor allem die Jugendarbeit des SERC zu deinem Erfolg beigetragen?
Yannic Seidenberg: Die Nachwuchsarbeit ist das Wichtigste um Erfolg zu haben. Ich hatte immer sehr gute Trainer, z.B. Herrn Wölfle, Pastika, Gratza,… Die Jugendarbeit hat auf jeden Fall den Grundstein für meine Karriere gelegt.
meinsbh.de: War es schwer für dich sehr früh die Heimat zu verlassen und sich alleine in einer fremden Stadt zurechtzufinden?
Yannic Seidenberg: Es war damals sehr schwer für mich mit 14 meine Familie und meine Freunde zu verlassen. Zum Glück war ich im Internat mit meinem Bruder in einem Zimmer und habe durch das Eishockey schnell viele neue Freunde gefunden. Der frühe Auszug hat mich auch selbstständig gemacht.
meinsbh.de: Was würdest du tun, wenn eine Sportverletzung dich hindern würde weiterhin Eishockey zu spielen? Hast du noch ein Ass im Ärmel?
Yannic Seidenberg: Ich habe mein Abitur und es gibt immer viele Möglichkeiten. Aber ich denke immer positiv und hoffe, dass ich von Verletzungen verschont bleibe und noch lange Eishockey spielen kann.
meinsbh.de: Wie oft kommst du nach hause? Was machst du, wenn du mal zuhause bist?
Yannic Seidenberg: Leider ist es mir durch die wenigen freien Tage nicht so oft möglich, nach Hause zu kommen. Wenn ich zu Hause bin besuche ich meine Freunde und verbringe Zeit mit meiner Familie.
meinsbh.de: Denkst du, dass die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gut ist um hier eine Eishockey-Karriere zu starten?
Yannic Seidenberg: Ich habe nicht wirklich Vergleichsmöglichkeiten. Für mich war es ein guter Start in die Eishockeykarriere, vor allem aber auch, weil meine Eltern mich unterstützt haben und alle „Strapazen“ ertragen haben.
meinsbh.de: Wie hast du es aus dem kleinen Schwenningen auf die Weltbühne des Eishockeys geschafft?
Yannic Seidenberg: Ich bin mit 14 Jahren ins Internat nach Mannheim gegangen. In dem Alter ist es sehr wichtig, dass die Schule mit dem Sport kooperiert, damit man das viele Training unterbringen kann. Mit 19 bin ich dann für ein Jahr nach Kanada in eine Nachwuchsliga gegangen und daraufhin fuer ein Jahr nach Köln. Seitdem bin ich seit 2 Jahren in Ingolstadt wo es mir auch sehr gefällt. Jede Station hat somit dazu beigetragen, dass ich es auf die Weltbühne geschafft habe.
