Heike Kloss (Oberndorf)
Aufgewachsen in Oberndorf a.N.
Bekannt als “Biene” aus der Serie “Alles Atze”
Als “beste Schauspielerin einer Comedy-Serie” nominiert für den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedypreis.
meinsbh.de: Frau Kloss, wir kennen Sie aus der Fernsehserie „Alles Atze“ als „Biene“, die Freundin von Atze Schröder. Kommt es vor, dass Sie auch auf der Straße beim
Einkaufen als „Biene“ angesprochen werden?
Heike Kloss: Erst vorige Woche beim Sommerfest der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin bin ich wieder als „Biene“ angesprochen worden.
Meist werde ich angesprochen mit „sind sie Schauspielerin?“ Ohne Kostüm und Maske werde ich nicht sofort mit der Sendung „Alles Atze“ in Verbindung gebracht.
meinsbh.de: Biene verkörpert die typische Blondine. Man kann sich vorstellen, dass die Reaktionen von Frauen und Männern auf die Rolle sehr unterschiedlich ausfallen. Stimmt das ?
Heike Kloss: Die Reaktionen von Frauen und Männern auf die Serie ist sehr unterschiedlich. Frauen amüsieren sich mit der Aussage: „ja, so sind sie, die Männer“ und Männer erkennen sich in Atze wieder und wünschen sich, ihr Machotum so ausleben zu können wie er. In dem Gefüge der Serie lachen die Frauen über die überzogene Darstellung der gutgläubigen Biene, von den Männern wird sie in erster Linie als sexy bezeichnet.
meinsbh.de: Mit 14 Jahren nahmen Sie bereits Tanz-Unterricht in Stuttgart. 2 Jahre
später fanden Sie sich in New York wieder. Es folgte eine Theaterausbildung
in Wien. Dann Engagements bei Musicals wie „Cats“ oder „Grease“, und bald darauf standen Sie für ARD und RTL vor der Kamera. War es schon immer Ihr Wunsch, raus
aus der schwäbischen Kleinstadt Oberndorf – hin zu den Metropolen der Welt?
Heike Kloss: Bereits als Kind träumte ich davon, in einem Musical mitzuwirken, dabei inspirierten mich vor allem Filme mit Gene Kelly. Mit vier Jahren nahm ich Ballettunterricht bei Elly Grimm in meinem Heimatdorf Altoberndorf. Frau Grimm förderte mich und schickte mich zum Tanzunterricht nach Stuttgart. Mein dortiger Tanzlehrer Ray Lynch ermöglichte mir mit 16 Jahren einen ersten Aufenthalt in New York, der mich prägen sollte. Ich konnte es kaum erwarten, nach dem Abitur meine Ausbildung in New York und Wien anzutreten.
Der Beruf bringt es mit sich, in Städten zu leben, wo es Engagements gibt. Trotzdem bin ich meinem Heimatort Oberndorf sehr verbunden und werde sogar im Zuge meiner Tournee mit dem Stück „Mondscheintarif“ am 22. April 2008 ein Gastspiel in der dortigen Neckarhalle haben.
meinsbh.de: 2003 und 2005 erhielt die Serie „Alles Atze“ den Deutschen Comedy-Preis, sowie
den Deutschen Fernsehpreis für die beste Comedy-Serie. Nicht zuletzt durch Ihre
schauspielerische Leistung. Wie schwierig ist es denn wirklich, die schusselige
Biene zu spielen?
Heike Kloss: Es ist für jeden Schauspieler eine große Genugtuung, eine Figur spielen zu können, die konträr zur privaten Person ist. Zur Darstellung: jeder Mensch hat viele Facetten und alles in sich, auch eine Naivität. Man muss sie nur hoch holen. Bei Biene bin ich mit einer großen Portion Selbstironie herangegangen. Über die lange Drehzeit von „Alles Atze“ hat sich die Figur verselbständigt. Ich konnte dann wie per Knopfdruck in den „Biene“ – Modus übergehen.
meinsbh.de: Bis jetzt kennt man Sie vorallem aus der Comedy und dem Unterhaltunggenre. Bekommen wir irgendwann auch einmal die etwas ernstere Heike zu sehen?
Heike Kloss: Erst neulich musste ich aufgrund meiner Schwangerschaft eine Rolle als Polizistin absagen. Obwohl mir das Komische liegt, bin ich nicht abgeneigt, auch ernste Rollen zu spielen.
In „Mondscheintarif“, obschon als Komödie bezeichnet, gibt es durchaus auch ernste Momente.
meinsbh.de: Privat haben Sie Ihre Premiere gerade hinter sich: Sie haben Ihren Manager Harald Braun geheiratet, erwarten Nachwuchs und leben in Berlin. Beruflich hatten Sie im November 2006 Premiere mit dem Theaterstück „Mondscheintarif“. Werden wir Sie künftig häufiger auf der Bühnen als im Fernsehen antreffen?
Heike Kloss: Da „Mondscheintarif“ so ein großer Erfolg ist, werde ich diesem Stück sicherlich für einige Zeit erhalten bleiben. Zudem spiele ich auch in diesem Jahr wieder mit Thomas Fritsch und Claudia Rieschel in der Theaterproduktion „Halbe Wahrheiten“.
Trotz allem lassen mir die Engagements Freiraum für Drehangebote. Wenn sich die Drehtage mit meinem zusätzlichen CD- Projekt und vor allem mit meiner Tochter und meinem Mann vereinbaren lassen, gibt es sicherlich auch wieder Neues im TV.
